Vermessung mit Drohnen

THEMEN:

Überblick

Was leistet eine Drohnenvermessung?

Drohnen erfassen in kurzer Zeit Flächen, Gebäude und Gelände aus einer Perspektive, die mit terrestrischen Verfahren nur aufwendig oder gar nicht erreichbar ist. Aus überlappenden Luftbildern entstehen mittels Photogrammetrie hochaufgelöste Orthofotos, digitale Geländemodelle und 3D-Punktwolken großer Flächen – und das in einer Genauigkeit, die für viele Planungs- und Genehmigungsaufgaben ausreicht.

Drohnenvermessung ist mehr als Luftbildfotografie.

Verlässliche Ergebnisse setzen voraus, dass Bezugssystem, Passpunkte, Kameraparameter und Auswertesoftware sauber abgestimmt sind. Als Öffentlich bestellter Vermessungsingenieur (ÖbVI) im Land Brandenburg verantworten wir die fachgerechte Aufnahme, die Einbindung in das amtliche Lage- und Höhenbezugssystem (ETRS89/UTM, DHHN2016) sowie die qualitätsgesicherte Auswertung. Die Befliegung selbst führen wir mit eigener Hardware und unter Einhaltung aller Auflagen der EU-Drohnenverordnung durch.


Einsatzbereiche

Wofür wird die Drohnenvermessung typischerweise eingesetzt?

Die vier folgenden Anwendungsfelder decken den überwiegenden Teil der Aufgaben in der Bau-, Immobilien- und Liegenschafts­wirtschaft ab. Welche Verfahren und Lieferprodukte im konkreten Fall sinnvoll sind, stimmen wir vorab mit Ihnen ab.


1. Bauüberwachung & Baufortschrittsdokumentation


Regelmäßige Befliegungen über die Bauzeit dokumentieren den Fortschritt lückenlos und nachvollziehbar. Die Auswertungen dienen als objektive Grundlage für Bauberatungen, Nachtragsverhandlungen und Versicherungsfälle. Für Erdbauunternehmen lassen sich Volumen und Massen einbau- bzw. abbaubegleitend bestimmen – ohne Betriebs­unterbrechung.


        regelmäßige Orthofotos im Wochen-/Monatsraster

        Volumenberechnung für Erdmassen und Lagerflächen

        As-Built-Vergleich mit Planungsdaten

        digitale Bauakte und revisionssichere Archivierung


2. Dachvermessung & Solarpotenzial-Analyse


Dächer und Gebäudehüllen sind der klassische Anwendungsfall für die Drohne: vollständig erfasst in einem Arbeitsgang, ohne Gerüst und ohne Begehung des Daches. Aus den Aufnahmen leiten wir Dachflächengrößen, Neigungen, Ausrichtungen und Verschattungsanalysen ab – die Grundlage für eine belastbare PV-Planung und für die energetische Sanierungsbewertung.


        exakte Dachflächen, Neigungen und Ausrichtungen (Azimut/Zenit)

        3D-Modelle für die PV-Anlagenplanung

        Bestandsaufnahme bei Sanierung und Aufstockung

        zerstörungsfreie Aufnahme schwer zugänglicher Dachbereiche


3. Großflächige Bestandserfassung & Geländemodelle


Für Areale, die mit terrestrischer Vermessung nur unwirtschaftlich erfassbar sind – Industrie- und Logistikflächen, Freiflächen-PV, Halden, Deponien, Verkehrsflächen, Gewässer und Uferbereiche – ist die Drohne das wirtschaftlichste Verfahren. In wenigen Stunden entstehen Orthofotos und Geländemodelle, die als Plangrundlage für Architektur, Tief- und Verkehrsbau dienen.


        digitale Orthofotos in Auflösungen ab 1 cm/Pixel

        digitale Gelände- und Oberflächenmodelle (DGM/DOM)

        Höhenlinien, Profile und Querschnitte

        3D-Punktwolken in den Formaten LAS, LAZ, E57


4. Visualisierung für Vermarktung und Kommunikation


Schrägluftbilder und 3D-Modelle aus der Drohne setzen Ihr Projekt oder Ihre Liegenschaft anders in Szene als jede Bodenperspektive. Wir liefern Bildmaterial in Marketing-Qualität – mit dem Vorteil, dass die Aufnahmen geometrisch ausgewertet sind und damit nicht nur schön aussehen, sondern auch maßstäblich verwendet werden können.


        Schrägluftbilder für Exposés, Broschüren und Webseiten

        3D-Modelle für Präsentationen und Bürgerinformation

        Vorher-/Nachher-Visualisierungen bei Sanierungs- und Bauprojekten

        Bildrechte und Nutzungsumfang werden vertraglich klar geregelt


Verfahren & Genauigkeit

Wie genau ist eine Drohnenvermessung?


Die erreichbare Genauigkeit hängt im Wesentlichen von der Flughöhe, der Kameraqualität, der Anzahl und Verteilung der Passpunkte (GCPs) sowie von der Auswertesoftware ab. Wir setzen auf eine Kombination aus klassischer Photogrammetrie, RTK-Drohnentechnologie und terrestrisch eingemessenen Passpunkten – so erreichen wir je nach Aufgabenstellung folgende typische Genauigkeiten:


        Lage: 1–3 cm bei guter Passpunktverteilung und niedriger Flughöhe

        Höhe: 2–5 cm im Modell, abhängig von Bewuchs und Schattenwurf

        Bodenauflösung des Orthofotos: ab 1 cm/Pixel (GSD) erreichbar

        Volumengenauigkeit bei Halden/Erdmassen: 1–2 % bei dichter Befliegung


Womit fliegen wir?


Wir setzen RTK-fähige Vermessungsdrohnen ein, deren Position über satellitenbasierte Echtzeit-Korrekturdaten zentimetergenau bestimmt wird. Damit sinkt der Aufwand für terrestrische Passpunkte deutlich – ohne dass die geometrische Belastbarkeit der Auswertung leidet. Für die Auswertung verwenden wir professionelle Photogrammetrie-Software (Structure-from-Motion-Verfahren), deren Ergebnisse statistisch geprüft und in unser amtliches Lage- und Höhenbezugssystem eingebunden werden.


Genehmigung & rechtlicher Rahmen

Was muss vor einer Befliegung geklärt sein?


Drohnenflüge zu gewerblichen Zwecken unterliegen in Deutschland und der EU einem klar geregelten rechtlichen Rahmen. Seit der EU-Drohnenverordnung (VO (EU) 2019/947) sind Aufstiege in drei Kategorien gegliedert – Open, Specific und Certified. Welche Auflagen gelten und ob eine Aufstiegserlaubnis nötig ist, hängt von Drohnengewicht, Flughöhe, Flugumgebung und Aufnahmezweck ab.


Was wir für Sie übernehmen

        Prüfung des geplanten Einsatzes nach EU-Drohnen-VO (Open / Specific Category)

        Beantragung von Einzel- und Allgemeinerlaubnissen bei der zuständigen Luftfahrtbehörde

        Abstimmung mit Flugsicherung, Schutzgebieten und Eigentümern überflogener Flächen

        Risikobewertung (SORA) für Flüge in der Specific Category

        Einhaltung von Datenschutzvorgaben bei Aufnahmen mit Personenbezug

        Abschluss einer Drohnen-Haftpflichtversicherung mit ausreichender Deckung


Brandenburger Besonderheiten


Brandenburg verfügt über zahlreiche Schutzgebiete (Natura 2000, Naturschutzgebiete, Vogelschutzgebiete) sowie über sicherheits­relevante Bereiche rund um den BER und kleinere Flugplätze. Wir kennen die regionalen Zuständigkeiten und holen erforderliche Genehmigungen rechtzeitig ein – das vermeidet Verzögerungen und Bußgelder.

Darüber hinaus prüfen wir bei jeder Befliegungsanfrage, ob andere Erfassungsmethoden (z. B. Laserscanning) ebenfalls geeignet sind, um das Ziel der Datenerfassung zu erreichen. Lesen Sie hierzu unseren Blogartikel
"Drohne vs. Laserscanner - Welches Verfahren für Ihre Plangrundlage"

 


Ablauf

Wie läuft ein Drohnenvermessungsprojekt ab?


Damit Aufnahme, Auswertung und Genehmigungslage zusammenpassen, durchläuft jedes Projekt vier definierte Phasen. Lieferformate, Genauigkeitsanforderungen und Termine stimmen wir vorab schriftlich ab.


1. Vorbereitung

Aufgabenklärung, Definition der Lieferprodukte, Auswahl des Aufnahmeverfahrens (RTK / mit GCPs / kombiniert), Klärung der Genehmigungslage und Beantragung erforderlicher Aufstiegs­erlaubnisse.


2. Befliegung

Vor-Ort-Inspektion, Auslegen und Einmessen der Passpunkte (GCPs), automatisierte Befliegung nach geplanten Wegpunkten, Sichtkontrolle der Aufnahmen direkt vor Ort. Bei Bedarf parallel terrestrische Kontrollmessung.


3. Auswertung

Photogrammetrische Verarbeitung (Structure-from-Motion), Georeferenzierung, statistische Genauigkeitsprüfung, Erzeugung der vereinbarten Produkte (Orthofoto, DGM/DOM, Punktwolke, 3D-Modell).


4. Übergabe

Lieferung in den vorab definierten Datenformaten, auf Wunsch über einen Cloud-Zugang. Beratung zur Weiterverwendung in CAD-, BIM- und GIS-Umgebungen.


Ihre Vorteile auf einem Blick

Schnell und großflächig

Mehrere Hektar in wenigen Stunden – ohne Begehungen, ohne Sperrungen, ohne Sicherheitsaufwand für Personen am Boden. Auch laufende Bauprojekte werden nicht unterbrochen.

Vermessungsamtlich anschlussfähig

Alle Aufnahmen werden in das amtliche Lage- und Höhenbezugssystem (ETRS89 und DHHN2016) eingebunden. Die Daten können unmittelbar mit amtlichen Geodaten verknüpft werden.

Genehmigung aus einer Hand

Wir übernehmen die rechtliche Abwicklung von der Risikobewertung bis zur Aufstiegs­erlaubnis. Sie müssen sich weder mit Luftfahrtbundesamt noch mit Naturschutzbehörden auseinandersetzen.

ÖbVI-Verantwortung

Als Öffentlich bestellter Vermessungsingenieur stehen wir mit unserer beruflichen Verantwortung für die Qualität der Daten – von der Befliegung über die Auswertung bis zur Lieferung.


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