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NEWS & INSIGHTS

4. November 2017

Internationale Zusammenarbeit in Namibia

Im vergangenen Juli hatte ich die Gelegenheit, als Mitglied eines internationalen Teams von Ordnance Survey International (Großbritannien) und Route Geographic Consultants (Großbritannien/Südafrika) im Auftrag der KfW an einer Vor-Machbarkeitsstudie zur Modernisierung des Vermessungs- und Katasterwesens in Namibia mitzuwirken.

Die Regierung Namibias verfolgt mit der Landreform das Ziel, den Bewohnern informeller Siedlungen verbriefte Besitzrechte zu verschaffen. Dies dient dem Ziel der Vermeidung von Willkür gegen die Bewohner und soll gleichzeitig auch die Beleihbarkeit der entstehenden Grundstücke ermöglichen. Gleichzeitig betreibt die Regierung auch Projekte zur Schaffung von Bauland und Wohnungsbau für ärmere Bevölkerungsschichten insbesondere in den Ballungsgebieten Namibias (Windhoek, Swakopmund).

Zur Realisierung dieser Vorhaben ist eine Modernisierung des Vermessungswesens in Namibia erforderlich. Dazu gehören die Digitalisierung des Liegenschaftskatasters, die Schaffung moderner geodätischer Grundlagen einschließlich eines modernen GPS/GNSS-Referenzstationsnetzwerks (z. B. entsprechend dem deutschen SAPOS-System), die Beschaffung aktueller und hochauflösender digitaler Luftbilder als Grundlage für die topographischer Karten und für Landreformprojekte sowie die Zusammenführung bzw. Vernetzung der verschiedenen landbezogenen Geoinformationssysteme der einzelnen Regierungsbehörden.

Meine Aufgabe bestand u. a. darin, im Büro des Surveyor General von Namibia (Vermessungsbehörde) die Rechtsvorschriften und Verfahrensabläufe im Liegenschaftskataster auf Optmimierungspotential zu untersuchen. Als Öffentlich bestellter Vermessungsingenieur aus Deutschland war diese Aufgabe insbesondere deshalb interessant, da das heute bestehende Liegenschaftskataster (und auch die Landesvermessung) bis auf die deutsche Kolonialzeit zurückgeht.

Interessant war für mich auch die Erkenntnis, dass aufgrund der Größe des Landes, der vorhandenen Infrastruktur (z. B. Mobilfunk) und der dünnen Besiedlung, technische Lösungen, wie sie in Europa genutzt werden, teilweise nicht realisierbar sind. Einer der m. E. größten Hemmschuhe bei der Modernisierung des Vermessungswesens ist jedoch der Mangel an geeigneten Fachkräften, der nur durch Unterstützung bei der Ausbildung (capacity building) überwunden werden kann.


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